Druckdüse wechseln Creality Ender-5 S1

Stringing Fäden alte neue Druckdüse Düsenwechsel

Austausch der Druckdüse beim Ender-5 S1

Der Wechsel der Düse eines FDM 3D-Druckers ist keine komplizierte Sache, dennoch müssen verschiedene Arbeitsschritte genau eingehalten werden, da sonst eine Beschädigung des Extruder riskiert wird und spätere Fehlfunktionen nicht ausgeschlossen werden können.

Wann sollte eine Druckdüse gewechselt werden?

Wenn feinere Objekte gedruckt werden sollen, empfiehlt sich eine 0.2 mm Düse. Wer schnell etwas Grobes fabrizieren möchte, greift zur 0.6 oder gar 1 mm Nozzle. Sollte das Druckergebnis „unter aller Sau“ sein, überprüft man am besten die Druckdüse und wechselt sie. Doch manchmal deutet auch nichts auf eine lädierte Druckerdüse hin, sie bleibt oft „jahrelang“ in Betrieb. Das kann ein Irrtum sein und ein Düsenwechsel steht schneller an als gedacht. In einem Fall war bei 0.1 mm Layerhöhe das Stringing einfach nicht in den Griff zu bekommen – ein Austausch der Druckdüse wirkte wahre Wunder.

Benötigtes Werkzeug

Lege Dir entsprechendes Werkzeug bereit.

  • 6 mm Schlüssel (am besten ein Nuss-Schlüssel) zum Abschrauben der Nozzle
  • Seitenschneider zum Kürzen des Filament
  • Wasser-Pumpenzange, Gripzange oder „Engländer“ zum Festhalten des Heizblocks
  • Handtuch als Unterlage für das Druckbett

Ein 6 mm Nuss- oder Steckschlüssel anstatt eines normalen Schrauben-/ Maulschlüssels ist immer dann von Vorteil, wenn die heiße Druckdüse weder auf Deinen Handrücken noch das Druckbett fallen soll.

Die Zange muss den Heizblock fest umschließen können. Ein zu kleiner Engländer ist ebenso ungeeignet wie eine zu große Gripzange. Am besten fährt man in diesen Fällen mit einer normalen Wasserpumpenzange – sie passt immer, ist nur etwas unhandlich aufgrund der fehlenden Arretierungsmöglichkeit.

Das Handtuch als Unterlage ist nicht überlebenswichtig, doch nützlich, wenn die kleine Nozzle herunterfällt, vom Bett springt und sich in den engen Ecken des Druckeruntergeschosses versteckt.

Silikonmantel / Aufsatz Schutzkappe von Heizblock entfernen

Damit später mit der Zange der Heizblock festgehalten werden kann und die Sicht auf verbaute Kabel offen liegt, wird die Silikon-Schutzkappe entfernt.

Das Hotend (nicht bis zur Drucktemperatur) aufheizen

Wichtig: Druckdüse nicht im kalten Zustand lösen!

Wir müssen jetzt das Hotend aufheizen. Doch es wird nicht auf die volle Drucktemperatur des jeweiligen Filaments gebracht, den wir machen einen sogenannten kleinen Cold Pull. Das Filament wird herausgezogen, wenn es noch etwas warm und fest ist. So werden auch Filament- und Schmutzreste aus dem Extruder gezogen. Sobald das Filament geschmolzen ist, wird ein Herausziehen am Stück unmöglich.

Ist die gewünschte Temperatur erreicht, wird das Filament oben am Extruder-Eingang mit dem Seitenschneider abgeschnitten.

Die „Extrudier-Funktion“ des Druckers zu nutzen, um das Filament „herauszuwürgen“ ist eine schlechte Idee. Wenn Filament aus der Düse tropft, verbleibt der Rest des Filament geschmolzen im Extruder zwischen Düse und Heizblock. Die Druckdüse kann so nicht sicher abgeschraubt und entfernt werden, ohne die „Gesundheit“ des Hotend zu gefährden.

Ist die gewünschte Temperatur erreicht, wird das Filament oben am Extruder-Eingang mit dem Seitenschneider abgeschnitten.

Das halb erstarrte Filament aus dem Extruder ziehen

Probleme mit der Temperatureinstellung des 3D-Drucker?

Verschiedene Drucker können nur auf eine bestimmte voreingestellte Betriebstemperatur aufgeheizt werden. So auch bei dem Creality Ender-5 S1 in Verbindung mit Sonic Pad. Die Konfiguration erlaubt ein Aufheizen von PLA auf 200°C und bei PETG auf 230°C. In diesem Fall heize ich auf die genannten 200°C auf, aktiviere die Kühlfunktion und ziehe bei er gewünschten Temperatur das Filament nach oben heraus. Danach schraube die Druckdüse eine klein wenig lose.

Ist die gewünschte Temperatur erreicht, wird der Hebel des Idler (am Extruder) nach hinten gezogen, das Filament dadurch freigegeben und kann nach oben herausgezogen werden.

Der Hebel des Idler befindet sich bei einem Direct-Extruder direkt am Extruder, bei einem Bowden-Extruder am Feeder.

Druckdüse vom Heizblock schrauben

Druckdüsen sitzen oft fest und Ungeübte wissen nicht, in welche Richtung sie den Schraubenschlüssel drehen sollen.

Druckdüsen haben ein metrisches Gewinde, das im Uhrzeigersinn gedreht sich losschrauben lässt. Drehungen gegen den Uhrzeiger ziehen die Druckerdüse hingegen fest!

Du musst mit einer geeigneten Zange den Heizblock festhalten, während die Nozzle mit einem 6’er Schrauben-, Nuss- oder Maulschlüssel herausgeschraubt wird. Achte dabei darauf, keine Kabel zu beschädigen.

Die Druckdüsen des Creality Ender-5 S1 benötigen einen 6er Schlüssel, andere Drucker (unter anderem der Anycubic i3 Mega) einen 7’er Schlüssel.

Nicht vergessen – Silikon Heizblock-Schutz überziehen

Oft – so geschah es mir – wird am Ende des Düsenwechsels vergessen, den Silikonschutz des Heizblocks wieder aufzuziehen. Es ist kein folgenschwerer Fehler, doch grundlos befindet sich an dieser Stelle keine Schutzkappe gegen umtriebiges Filament, das sich um den Heizblock wickeln könnte.

Druckbett Leveln

Nach Austausch der originalen Nozzle durch eine ebenfalls originale Druckerdüse ist nicht zwingend ein Leveling erforderlich, kann bei der Gelegenheit aber im Rahmen der „Service-Arbeiten“ gleich miterledigt werden. So ist man sicher, auch nach einem halben Jahr ein gleichmäßig ausgerichtetes Druckbett zu haben.

Anders verhält es sich, wenn neben der Druckdüse auch das/die Heatbreak (Nozzle-Throat oder auch Zuführrohr genannt) aus dem Heatblock (Heizblock) geschraubt wird. Bei einem erneuten Zusammenbau dieser Einzelteile hat sich die Eintauchtiefe der Druckerdüse definitiv (mehr oder weniger) verändert und ein Bett-Leveling ist unabdingbar.

Video-Erklärung zum Düsenwechsel

Ein Video sagt mehr als tausend Worte – eine alte Weisheit. Und da ein gutes Video nicht kopieren muss, stellen wir an dieser Stelle eine hervorragende Videobeschreibung von YouTube ein.

Letzte Änderung am 13. Februar 2024